Was das Estland Projekt NICHT ist…:

Möglicherweise kommt der eine oder andere nach dem ausführlichen Lesen unserer Philosophie, unserer Träume, Ansichten und schlussendlich unserer Aufforderung zur Mitfinanzierung und Mitarbeit plötzlich ins Grübeln und überlegt sich, auf was für eine seltsame Gruppe von Menschen er sich hier einzulassen bereit ist.

Wir – innerhalb des Ubuntu Estland Projektes sind jedoch eindeutig NICHT…

; I21K…eine Kommune langhaariger, fauler Sozialschmarotzer:

„Hey, reich mal die Wasserpfeife rüber, ich komm´nicht dran und Aufstehen ist zu anstrengend. Und morgen, ach, vielleicht auch erst übermorgen, unterschreib´ ich den Wisch vom Sozialamt, damit ich wieder ein paar Ocken fürs Bier kriege“. Und heute Abend unterhalten wir uns wieder bis zum Morgengrauen darüber, wie wir die Welt umkrempeln würden, wenn wir, natürlich mit grossem Abstand die Schlauesten auf diesem Planeten, an der Macht wären.

Wenn in Estland der lange Winter einkehrt und das Tageslicht etwa so intensiv ausfällt wie die romantische Beleuchtung in einer thailändischen Opiumhöhle, dann ist es schon einmal gut möglich, dass die Bewohner des Estland Projektes etwas mehr ausspannen als der klassische deutsche Büro- oder Fabrikarbeiter. Andererseits würde jeder von uns nach 2 Monaten Untätigkeit schreiend das Gelände verlassen und sich in einer geschlossenen Anstalt wiederfinden.
Im Ubuntu Estland Projekt ist Zeit vorhanden für die Entwicklung neuer Ideen – und deren Umsetzung! Eine Pflanze, die zu viel Wasser konsumiert und dabei herumsteht, wird faul und beginnt zu stinken. Welcher gesunde Mensch möchte derart übelriechend dahinvegetieren? Wir jedenfalls nicht.

sekte…eine religiöse Sekte:

Militant vegetarisch, keusch oder im gegenteiligen Fall Anhänger des wilden, religiös motivierten Rudelbumsens. Gott hat uns die Kraft geben dafür dass wir… .

Um „Gottes Willen“ nein! Wir sind moderate Anhänger einer Rückkehr zu tiefen inneren menschlichen Werten, zu weniger sinnlosem Konsum und zur gedanklichen Beschäftigung mit der wirklichen Logik menschlich-sozialen Lebens  – und ansonsten gilt ein fröhliches „Leben und Leben lassen“!

Bildschirmfoto 2014-11-29 um 13.33.15…eine Bande nord-ost-europäischer Abzocker:

Weit oben in einem unbeaufsichtigten Winkel eines baltischen Staates haben sich ein paar Schwerkriminelle niedergelassen, die möglichst unbehelligt von den effektiven deutschen Behörden ihr Unwesen treiben und das Internet für ihre dunklen Machenschaften nutzen.

Naja, weit weg vom Schuss sind wir derzeit ja schon. Das liegt aber eher daran, dass wir es lieber ruhig und kuschelig haben und dass wir dank des gewählten Lebenswandels keine dauernde Anbindung an eine urbane Infrastruktur benötigen. Darüber hinaus sorgt der „kategorische Imperativ“ für ein Gemeinschaftsdenken auf der Basis von Treu und Glauben. Ohne den Nachbarn gelingt nämlich das Überleben nicht. So einfach ist das.

shoeless…ein Haufen von Weltverbesserern aus dem 17. Jahrhundert:

Lendenschurz aus Blattwerk, kalte Barfüsse auch im Winter, morgens wird „mein Freund, der Baum“ rituell umarmt. Internet, Telefon und elektrische Rasierapparate werden konsequent abgelehnt und Samstags feierlich verbrannt, selbst Brille und Fieberthermometer kommen uns nicht in die handgetretene Lehmhütte.

Zugegeben: Die Reduzierung unserer Lust auf das neueste I-Dingsbums und lauter eigene Autos vor der Hütte als Statussymbol mutet vielleicht etwas rückständig an und schafft keine Arbeitsplätze für die Konsumindustrie. Aber es ist mit einem Monatsgehalt von rund 300,- Euro und einem ausgefüllten Leben voller un-eiversüchtigen Miteinanders einfach nicht erforderlich, so viel TamTam um die Errungenschaften der Unterhaltungselektronik zu machen. Das Internet nutzen wir viel und gerne. Der Geist möchte wach bleiben und die Kommunikation nicht einschlafen. Aber „mein Freund, der Baum“ gibt uns tatsächlich viel eher den Kick, als Stefan Raab in High Definition… . Dafür müssen wir ihn nicht rituell umarmen (den Baum, nicht den Raab), aber es bleibt dank des selbstgewählten way of life tatsächlich genügend Zeit, ihm beim Wachsen zuzusehen.

Bildschirmfoto 2014-11-29 um 13.33.50…ein Rudel politischer Aktivisten ohne soziale Anbindung:

Zerschlagt alle Weltkonzerne. Werft Bomben in die Büros der Banker und Marktführer. Sagt NEIN zu allem, was nach Geld und Macht stinkt. Werdet eine kritische Masse mit geballter Faust und schickt jeden Schlipsträger in die ewigen Jagdgründe.

Ganz im Gegenteil: Neinsager ohne Konzept und mit viel Gewalt in ihren Gedanken gibt es schon ausreichend auf dieser Welt. Wo sind diejenigen, die eine Idee haben und diese auch umzusetzen in der Lage sind? „Think globally – act locally“ – an die Welt denken aber vor der eigenen Haustüre kehren?

Schaut doch mal rein ins gemütliche Holzhaus, setzt Euch mit uns an den Heizkessel – und ihr habt sie gefunden, jene, die JA sagen und dafür mit Freude und viel Motivation auch etwas tun!

4 Gedanken zu „Was das Estland Projekt NICHT ist…:“

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